Willkommen bei der Gäste- und Kurseelsorge in Oberstdorf

Erholung für Körper und Geist

 

Einen kleineren Gang einlegen ...

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben!

Vor 30 Jahren hat einer meiner Freunde geheiratet. Es war ein strahlend schöner Tag mit vielen Gästen. Nach der Gratulation auf dem Kirchplatz schauten wir alle gebannt in die gleiche Richtung. Denn auf der Straße knatterte das Hochzeitsauto heran. Kein Audi, BMW, Mercedes oder Porsche mit großem Blumengebinde – nein: ein giftgrüner, stinkender Trabi mit Chauffeur sollte das Brautpaar in die Gaststätte fahren. Wir Gäste mit unseren hochmotorisierten Fahrzeugen mussten lachen und uns dann in Geduld üben. Langsam fuhren wir hinter dem Zweitakter her, den die meisten von uns noch als „Trabant“ kennen.

Mein Freund ist ein Mann mit Witz und so hat er damals mit seiner Frau beschlossen, nach diesen historischen Ereignissen von 1989 mit einem historischen Auto zur Hochzeit zu fahren. Wenn man die Hochzeitsbilder anschaut, dann denkt man immer: Ach ja, das war 1989. 

Wahrscheinlich vermissen nur noch nostalgische Autosammler dieses umweltverpestende Gefährt, das ebenso wir der etwas größere Wartburg von unseren Straßen fast verschwunden ist. Mit dieser kleinen persönlichen Erinnerung wird wohl den meisten von uns klar, dass in den vergangenen 30 Jahren viel geschehen ist. Nicht nur diese Fahrzeuge sind verschwunden, der Eiserne Vorhang ist gefallen, die SED ist weg und die Menschen können ohne Angst vor Verrätern und gegenseitiger Bespitzelung leben. Ohne Panzer und ohne Blutvergießen hat sich die Welt verändert. Dafür bin ich dankbar und das bewegt mich am kommenden Erntedankfest. Wir leben Gott sei Dank in Freiheit und in Frieden.

Allerdings erinnert uns Papst Franziskus in seiner Enzyklika „Laudato SI“ daran, dass es in unserer Welt Formen der Umweltverschmutzung gibt, durch die der Mensch täglich geschädigt wird. Der Papst sieht die großen Veränderungen der vergangenen zwei Jahrhunderte. Sie sind enorm: die Eisenbahn, die Elektrizität, der Telegraph, das Automobil, das Flugzeug, die Informatik, die Robotertechnik, die Biotechnologien zählt der Papst in seinem Schreiben einzeln auf. Darüber dürfen wir uns freuen und in Begeisterung geraten. Aber er sagt ganz klar: Es ist jetzt unerlässlich, „einen kleineren Gang einzulegen“. 

Wie das konkret aussieht, „einen kleineren Gang einzulegen“, das beschäftigt zur Zeit die Autobauer, die Techniker und Ingenieure, die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, die Fachleute, die Wissenschaftler und die Öffentlichkeit. Vielleicht denken Sie mit mir in diesen Tagen auch darüber nach, wie und wo wir in unserem alltäglichen Leben „einen kleineren Gang einlegen“ können, damit wir auch in Zukunft das schöne Fest feiern können: Erntedank.

Mit herzlichen Grüßen

Bruno Koppitz, Pfr.


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Die Gesellschaft Jesu ("Jesuiten") veröffentlichen jede Woche einen kurzen Beitrag, der von ganz alltäglichen Erfahrungen ausgeht und die Verbindung zum Glauben herzustellen sucht. Ein guter Impuls für die Erholung des Geistes - eine empfehlenswerte Lektüre! Klicken Sie auf "Update Seele"!







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